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Abschiedstränen, Seekrankheit und ein Sturm in Sicht

vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit

Liebe Leserinnen und Leser,


Nun beginnt unsere große Reise. Ihr könnt euch auf ganz viele Berichte mit spannenden Geschichten und unglaublichen Abendteuern freuen. Aber nun einmal die ersten Tage an Bord, mit Tränen, Seekrankheit und vielen neuen Eindrücken.


Ich bin mit meinen Eltern am Samstag morgen ganz früh von Berlin nach Amsterdam losgefahren. Es gab viele Momente in denen ich realisierte, dass dies ein Abschied für sechs Monate sein wir. Meinen Haustieren denen ich tschüss sagen musste, aber auch meinem, Bett meinem Haus und der gewohnten Umgebung. Ich war während der gesamten Autofahrt kaum aufgeregt, da mein Kopf die Situation noch gar nicht richtig realisiert hatte.

Um 15.00 Uhr war der Treffpunkt an der Regina Maris. Wir haben das ganze Gepäck aus dem Auto getragen und uns auf das schon früh volle Schiff gekämpft. Ich habe direkt meine Freunde vom SeaCamp wiedergesehen, aber auch neue Gesichter, die sofort herzlich aufgenommen wurden. Ich war super glücklich über die Zimmeraufteilung, da ich mit drei guten Freunden aus dem SeaCamp in ein Zimmer kam. Die Eltern waren natürlich auch immer dabei und ziemlich oft hatte ich das Gefühl, sie sind viel aufgeregter als wir selbst.

So gegen 16:30 Uhr wurden dann Schüler, Familie und Freunde auf dem großen Deck gesammelt. Rona hat die erste Rede gehalten und auch die Lehrer, Crewmitglieder und die Kapitäne haben sich kurz vorgestellt. Langsam habe ich dann auch immer mehr realisiert das ich mich nun verabschieden muss. Es wurde sehr emotional und fast jeder hat geweint. Auch mir wurde während der Verabschiedung bewusst, wie viel ich vermissen werde und auf was ich mich da eigentlich eingelassen habe.


Als dann die Leinen losgemacht wurden standen alle Eltern auf dem Steg und haben gewunken. Wir standen alle enganeinander auf dem Schiff und über eine Box würde der Sailer Song gespielt. Ein Lied welches wir jetzt vermutlich immer mit diesem Abschied verbinden werde. Wir haben noch lange geweint, uns gegenseitig gehalten, aber auch auf eine Zeit geschaut, in der wir so viele tolle Sachen zusammen erleben werden.


Mit dem Motor ging es dann erstmal ein Stück durch einen Kanal, durch eine Schleuse und dann in einen Hafen. Meine Zimmermitglieder Mia, Carlotta. Rika und ich haben uns während dieser Zeit erstmal damit beschäftigt, irgendwie dieses kleine Zimmer einzuräumen. Es gab viel zu viele Momente in denen wir absolut verzweifelt waren und kein Plan hatten wie unser ganzes Gepäck verstaut werden soll.

Am späten Abend gab es dann die Ansage, wie der nächste Tag verlaufen wird. Es hieß wir stehen sehr früh auf, damit wir gegen 7:30 Uhr ablegen können und dann direkt Kurs auf die Nordsee nehmen.


Dadurch begann der Sonntag für mich auch schon ziemlich früh, da ich an dem Tag Küchendienst hatte. Das heißt Frühstück, Mittag und Abendbrot vorbereiten, wie aber auch für den Abwasch sorgen.


Der Morgen verlief auch super, so das wir um 8:00 Uhr ablegen konnten. Jeder war total aufgeregt und auch ich war richtig gespannt was uns erwarten wird. Wir standen alle eingemummelt mit unserer Segelkleidung an Deck und es wurden desto weiter wir rausfuhren von Zeit zu Zeit immer mehr Wellen. Unter Deck flogen Sachen hin und her und wir hatten damit zu kämpfen alles irgendwie in Sicherheit zu bringen. Leider wurden viele auch relativ schnell Seekrank. Der Tag zog sich somit total in die Länge und manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Zeit stehen bleibt. Den Meisten ging es dann zum Glück über den Tag hinweg auch immer besser und die Wachen begannen. Meine Wache begann um 21:00 Uhr und ging bis 01:00 Uhr. Die Wellen wurden zu der Zeit auch immer weniger, trotzdem war ich mega fertig und nur noch froh nach Wachwechsel in mein Bett zu fallen.



Am Montag konnten wir zum Glück etwas länger schlafen und ich hatte auch direkt von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr meine erste Wache. Das Wetter war schön und wir konnten unser Frühstück an Deck mit Sonnenschein genießen. Die Wachen geben einem eine Struktur für den Tag und sorgen dafür das man relativ lange etwas zu tun hat. In der Zeit wo wir keine Wache haben, können wir spielen, lesen, Musik hören oder einfach auch mal Nichts machen. Es gab super leckeres Mittag und Abendbrot vom Küchendienst und unserer lieben Köchin, Ruth, was bei jedem für gute Stimmung sorgte.


Als wir alles ganz entspannt unser Abendbrot aßen, kam dann die Nachricht von Mattes und Quinten, dass wir am Dienstag in England unseren ersten Halt haben werden, denn uns erwartet ein sehr, sehr starker Sturm. Der Plan ist also nun, dass wir bis Sonntag in einem Hafen bleiben und vor Ort ein paar schöne Sachen erleben. Ich hab ehrlich gesagt ein bisschen Angst, da der Sturm eine stärke von 60 Knoten haben soll. Das ist extrem viel und ein bisschen verglich bar mit der stärke von einem kleinen Orkan. Ich hatte dann wieder Wache von 21:00 bis 01:00 Uhr. In der Zeit haben wir zwei Segel geborgen und das erste mal leichtes Meeresleuchten gesehen. Zu unseren Aufgaben gehört es außerdem, jede Stunde einen Rundgang, einen Logbuch-Eintrag und einen Maschinenraum-Check zu machen. Natürlich wird auch die ganze Zeit das Schiff gesteuert und zu unserer Wachaufgabe gehört es zum Ende der Wache die Toiletten zu putzen und die neue Wache aufzuwecken. Morgen früh heißt es dann erstmal das Schiff von oben bis unten Sturm fest zu machen und voraussichtlich erreichen wir dann Plymouth gegen 14:00 Uhr. Ich bin gespannte was uns die nächsten Tage erwartet und hoffe natürlich, dass wir schnell weiter Richtung Wärme fahren können.


Liebe Grüße, Kathi


Ich grüße außerdem meine Mama Ina, Papa Olaf ihre beste Freundin Eszter, Polly Lisa Lorna und ihre Freunde aus dem Segelverein

 
 
 

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