Nachtwache mit Überraschung: Delfine vor Englands Küste
Hallo von der Regina Maris!
Ich bin Linnea und fahre 6 Monate auf der Regina Maris mit. Momentan gehöre ich zur Charly Watch von 5 bis 9 Uhr und so sah meine Wache gestern, am 20.10., aus.
Als Erstes haben wir das Geschirr der Nacht und des Vorabends gespült, denn das gehört zu unseren Wachaufgaben. Draußen war es sehr kalt, es hat genieselt und der Himmel war nicht so klar wie in den anderen Nächten.
Die Stimmung hat sich jedoch deutlich gehoben, als wir plötzlich ein paar Delfine neben dem Schiff herschwimmen gesehen haben. Obwohl es noch echt dunkel war, konnte man sie sehr gut erkennen. Wir sind nach vorne gegangen, um zu gucken, ob welche in der Bugwelle schwimmen. Tatsächlich waren dort 3 bis 7 Delfine, die um den Bug herumschwammen und ab und zu kurz aus dem Wasser sprangen. Das war das Beeindruckendste, was ich seit Langem gesehen habe. Was für ein Erlebnis! Um 6 Uhr morgens irgendwo in England Delfine beobachten.
Anschließend haben wir in der Wache noch 3 Segel gesetzt, wobei uns dann auch allen wieder warm wurde.
Als wir nun endlich von der Alpha Watch abgelöst wurden, hat uns schon ein schönes Frühstück empfangen.
Die Leute, die gerade keine Watch haben, spielen unten zusammen Spiele, hören Musik, schreiben Tagebuch oder genießen ihre freie Zeit.
Doch dazu hatten wir gestern nicht viel Zeit. Um 11:30 Uhr hieß es „All hands on deck“.
Um in den Hafen von Plymouth zu kommen, mussten wir eine Schleuse durchqueren, in die wir aber erst um 13:30 Uhr rein durften. Also haben wir die Zeit genutzt und verschiedene Segel gesetzt und wieder runtergenommen. Man merkt, dass das mit jeder Wache besser klappt.

Um circa 14:00 Uhr sind wir in den Hafen von Plymouth eingelaufen. Es war echt ein komisches Gefühl, nach 3 Tagen auf dem Wasser wieder andere Menschen zu sehen.
Bevor es los zur Stadterkundung ging, mussten wir das Schiff noch ordentlich hinterlassen. Dazu gehören Fegen, Segel einpacken, aber auch Toiletten putzen.
Ich durfte auf das Klüvernetz gehen und helfen, das Innenklüversegel einzupacken und vor dem anstehenden Sturm zu schützen.
Währenddessen standen viele neugierige Menschen an Land und haben uns dabei zugeschaut. Ein paar waren sehr interessiert und haben uns angesprochen.
Nachdem das Schiff blitzblank war, sind wir in Grüppchen aufgebrochen, um die kleine englische Küstenstadt zu entdecken.
Natürlich haben sich alle erst mal mit Snacks für die nächsten Tage eingedeckt und zum Abendessen traditionell englisch Fish and Chips gegessen.
Um den Tag ausklingen zu lassen, haben wir es uns im Aufenthaltsraum gemütlich gemacht. Nach einem intensiven Spieleabend sind alle müde ins Bett gefallen.
Und schon ging der 4. Tag an Bord zu Ende. Die Tage sind so schnell vorbei und fühlen sich dennoch so lange an, da man so viel erlebt.

Heute, am 21.10., konnten wir endlich mal ein bisschen länger schlafen, da wir keinen Wachdienst hatten.
Nach einem leckeren Frühstück ging es für uns alle ins National Marine Aquarium in Plymouth, das größte Aquarium Großbritanniens.. Anschließend hatten wir die Wahl zwischen Spazierengehen oder Joggengehen. Ich habe mich fürs Spazierengehen entschieden.
Wir haben viele schöne Dinge entdeckt, wie das Wahrzeichen von Plymouth, den Leuchtturm.
An der Küste konnte man den kommenden Sturm schon spüren. Wir wurden ganz schön durchgepustet, aber das haben wir in Kauf genommen, um die schöne Aussicht aufs Meer zu genießen.
Den Nachmittag haben wir es uns im Aufenthaltsraum gemütlich gemacht und hatten anschließend ein Kommunikationstraining, um das Zusammenleben auf dem Schiff so gut wie möglich für uns alle zu gestalten.

Jetzt lassen wir den Abend noch ausklingen und ich bin gespannt was uns noch in den nächsten Tagen erwarten wird.

Liebe Grüße an meine Schwester, meine Eltern und meine Freunde. Ich freue mich schon, euch alle wiederzusehen.
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was ein Erlebnis 😍🛶🌬️