Ukulele-Chaos und Flugsimulator - Unser Besuch bei der MACC School in Mexiko
- Nikolaus
- 23. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
„AUFSTEHEN!“
Eine übermotivierte Leo steht in meiner Zimmertür. Ich drehe mich um. Leo wird sauer:„Du musst jetzt wirklich aufstehen, sonst putzt du heute die Toiletten.“
Also gut. Ich stehe auf, ziehe mir geschwind eine Hose an, suche das Nautic Horizons T-Shirt, kann es nicht finden, ziehe den Nautic Horizons Pulli an, putze Zähne, betrachte mein verschlafenes Gesicht im Spiegel und mache mich auf den Weg nach oben.
Verdammt. Sechs Stunden Schlaf. Ich nehme mir vor, in Zukunft mehr zu schlafen.
Es gibt Rührei zum Frühstück, der Tag kann also nur gut werden.
Nach einem außerordentlich guten Essen ziehe ich mir Schuhe an und trete aufs Mitteldeck. Ach da war ja was! Alle stehen perfekt aufgereiht draußen mit ihren iPads in der Hand.
„Schnell Niko, hol die Ukulele!!“ ruft einer.
So schnell ich kann, stolpere ich gestresst in den Tagesraum und suche vergebens das gute Stück.
Sie liegt im Brotkorb.
Warum…?
Ach egal. Einfach nicht wundern.
Vollkommen neben der Spur geselle ich mich wieder zu den anderen an Deck.
Was singen wir überhaupt?
Kann ich die Akkorde für das Lied? Warum singen wir?
Mein Kopf ist voller Fragen.
Irgendwer stellt mir ein iPad vor die Nase. Okay, das sieht gar nicht so schlecht aus.
Zwei Fragen lassen sich direkt beantworten: Wir singen „Ein Hoch auf uns“ zum Abschied von Rona, Fabi und Uschi, die uns von der Crew jetzt mehrere Wochen an Bord begleitet haben und heute wieder zurück nach Deutschland fliegen.
Ich spiele die ersten Akkorde. Alle fangen an zu singen. Scheint ganz gut zu laufen!
Falsch gedacht.
A#-Dur. Wer zur Hölle kennt diesen Akkord auf der Ukulele?
Es hilft alles nichts. Lächelnd lege ich die Ukulele auf die Bank und hoffe einfach im Erdboden zu versinken.
Alle applaudieren. Das Lied ist vorbei. Und ich habe es überlebt.
Auf nach Cancún Besuch an der MACC School
Der Plan für heute ist ein besonderer: Wir besuchen eine Schule in Cancún, um zu sehen, wie dort unterrichtet wird und um unser Projekt Nautic Horizons vorzustellen. Dafür bringt uns Pieter am Morgen mit dem Dinghi an Land.
Trotz Regenjacken spritzt uns ein Haufen Wasser ins Gesicht, durch Wind und Welle.
Wir fahren mit der Fähre ans Festland und steigen anschließend in drei Autos. Mit gebrochenem Englisch und schlechtem Spanisch regen der Fahrer und ich uns gemeinsam über den Verkehr in Mexiko auf.
Bei der MACC School angekommen, werden wir von zwei netten Damen empfangen, die uns eine schnelle Tour über den gigantischen Campus geben.
Wir setzen uns anschließend in einen kleinen Saal zu den anderen Schülern und schauen eine kurze Präsentation auf einer Leinwand.
Emily und Levi treten nach vorne und halten eine perfekte Präsentation auf Englisch über unser Projekt Nautic Horizons.
Danach unterhalten wir uns noch mit den Schülern, bevor wir durch ein Gewächshaus gehen und die Schüler uns ihren Schulgarten zeigen. Ein Junge erklärt uns in fließendem Englisch etwas zu jeder Pflanze. Jedes Schild zu den Pflanzen haben sie nur für uns auf Deutsch umgeschrieben.
Nach ein paar frisch gepflückten Maracujas werden wir in ein Café geführt.
Zum Snack gibt es frische Sandwiches und für die Veganer Sushi. Annamengia und ich teilen uns noch eine Zimtschnecke.

Fliegen lernen
Vom Essen gestärkt geht es in einen Gang voller Formel 1 und Flugsimulatoren.
Nach ein paar kurzen Erklärungen dürfen wir auch schon selber fliegen.
Emily ist mein Copilot und ich ihrer.
Die Maschine reagiert auf jede minimale Bewegung und ich schaffe es nur knapp, uns beide leider neben der Landebahn sicher auf den Boden zu bringen.
Dann ist Emily an der Reihe.
Brav sage ich ihr die Himmelsrichtungen an und betätige den Gashebel. Wie eine Eins brettert Emily das kleine Propellerding durch die Luft.
Wir rasen auf den Boden zu.
Scheiße.
Ich habe vergessen, das Gas wegzunehmen.
Der Aufpasser reißt am Hebel und Emily zieht aus voller Kraft das Steuer nach hinten. Sicher bringt sie uns auf den Boden. Doch das Flugzeug rollt und rollt und wird nicht langsamer.
Mit Karacho schmettern wir elegant in einen Zaun.
Der Flieger (Computer) stürzt ab.
Mit weichen Knien steige ich aus dem Simulator.

Pferderennen
Der Campus der Schule bietet wirklich viel und deshalb machten wir uns anschließend auf den Weg zu den Pferden.
Die Pferde wurden von uns gestreichelt und im Anschluss wurden wir zu einer Koppel geführt. Dort wurden wir dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekommt ein Pferd, das wir in einem kleinen Rennen führen.
Unsere Gruppe bekommt ein karamellfarbenes Pferd. Ich taufe ihn Gauli.
Robert und ich beginnen das Rennen. Mit einer schnalzenden Zunge bringe ich Gauli dazu loszulaufen. Erst langsam, dann immer schneller.
Nach der Hälfte der Strecke greift plötzlich ein Mitarbeiter ein und ruft:„Hoooo!“
Gauli wird wieder langsamer.
Ich ärgere mich: Wie sollen wir denn bei dem Tempo gewinnen?
Egal. Ich drücke Robert die Zügel in die Hand. Dieser flüstert Gauli etwas ins Ohr und beide sprinten los.
Innerlich jubelnd torkele ich hinterher.
Die anderen aus unserem Team führen Gauli ebenfalls perfekt und wir gewinnen.
Stolz tätscheln wir den verschwitzten Hals unseres Champions.

Mittagessen und Musik
Zum Mittagessen gehen wir in eine Mensa. Es gibt Nudeln, Tomatensoße, Fleisch und gefüllter Gemüsebirne und frischen Salat.
Lisi verträgt die scharfe Salatsoße nicht, also muss ich sie aufessen.
Satt und glücklich gehen wir anschließend in einen kleinen Raum voller E Drum Sets und E Gitarren.
Fünf Vierzehnjährige spielen Songs wie die Wilden und die Schlagzeugerin wirbelt ihre Sticks, als hätte sie zwanzig Jahre Erfahrung.
Vollkommen beeindruckt bekommen wir eine Dankesrede von der Schule und kleine Tassen als Abschiedsgeschenk.

Ein unerwarteter Kindergartenbesuch
Auf dem Weg nach draußen werden wir noch in eine Grundschule geführt.
In einem Sitzkreis wie früher erzählt uns ein kleiner Junge begeistert Geschichten. Die bilingualen Kinder sprechen Englisch und Spanisch durcheinander und wir hören fasziniert zu.
Nach vielen kleinen Umarmungen schaffen schließlich alle den Schritt aus der Tür.
Bis auf Keno Li.
Er hat seine Tasse vergessen.

Buldak-Nudeln und Fähre
Mit den Autos zurück zur Fähre, hatten wir noch ein bisschen mehr Zeit, also der perfekte Zeitpunkt für Buldak-Nudeln (Grüße an Ola).
In einem kleinen Eckladen diskutieren Annamengia und ich mit der Mitarbeiterin, ob man die Nudeln mit Wasser kocht oder nicht. Am Ende kochen wir nicht nur ihr Englisch, sondern schließlich auch unsere Nudeln.
Mit roten Augen und brennender Zunge dank der scharfen Soße kommt schließlich die Fähre zurück nach Isla Mujeres, die uns zurück zur Regina Maris brachte.
Zurück nach Hause
Ich höre ein wenig Musik und schaue den anderen beim Lügen-Spiel zu. Die Taktik ist ganz einfach: niemals den hinter dir anzweifeln und immer die Wahrheit sagen, dann gewinnst du.
Diesmal kommen wir tatsächlich trocken auf unserem schwimmenden Zuhause an.
Dort begrüßen wir Daria, unsere neue Steuerfrau.
Beim abendlichen Schlemmerfilet bewerfe ich sie erstmal aus Versehen mit einem zerknüllten Papier, das eigentlich Sophie gilt.
Was für ein gelungener erster Eindruck. Passiert.
Der einzigartige Tag ist vorbei und alle fallen müde und zufrieden ins Bett.
Vielen Dank für diesen großartigen Tag und die vielen Erinnerungen!
Euer Niko
Grüße an meine Familie, unseren Hund und an Linus (Annamengias Bruder).
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