Erinnerungen die bleiben - Kulturabend an Bord
- Anna
- 8. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Ausgeschlafen bin ich in meinem ruhigen und nicht schwankenden Bett aufgewacht und hab mich für den Deep Clean Tag ready gemacht.
Doch erst starteten wir alle ganz entspannt mit einem späten und ausgiebigen Frühstück um 10 Uhr in den Tag.
Nach etwas Chillen haben wir alle ganz fleißig unsere Deep Clean Aufgaben ausgeführt und da hab ich mit anderen gemeinsam den Tagesraum von Bröseln und sonstigem Dreck befreit und wieder schön hergerichtet. Nach der schweißtreibenden Aktion ist ein Sprung ins kühle Wasser genau das Richtige. Umgeben vom angenehmen türkisblauen Nass und grünen Bäumen und Hügeln an Land waren wir wieder in der Bucht in Porto Belo. Bei Anbetracht der Ästhetik ist kaum zu glauben, welch hohe emotionale Last dieser Ort für uns alle hat, denn hier haben wir schließlich vor 2 Wochen unsere über die ersten drei Monate liebgewonnenen Freunde verabschiedet. An diesen Ort sind wir von unserer verrückten eigenen Reise zurückgekehrt, haben die Neuen an ihrem ersten Tag an Bord hier willkommen geheißen und haben unseren Freund vor Ort, Batman, zur Überfahrt nach Bocas del Toro mitgenommen. Schon irgendwie strange, jetzt wieder hierher umgekehrt zu haben, wo man so viele Erinnerungen von gefühlt so lange her an diesen Ort hat. Die Stimmung war damals noch ganz anders, denke ich mir, denn damals hatten wir hier den Abschied von unseren Schülern, die sich nur für die 3 Monate für die Reise bei Nautic Horizons entschieden haben.
Nichtsdestotrotz oder erst recht gerade deswegen haben wir uns noch einen besonders schönen gemeinsamen Abend gemacht: Zuerst stand Bingoabend auf dem Programm! Während die meisten noch irgendwo an Deck verstreut die abendliche Stimmung genossen, unter anderem ganz eifrig an ihren Taschen aus unserem gerissenen Segel arbeiteten, bereitete das Bingo-Team mit Keno Lo. als Hauptinitiator das Spiel und die Animation darum herum vor. Da ging es auch schon los und wir wurden zuerst einmal mit einem motivierten „We‘re playing Bingo. Get ready here and now. We‘re playing Bingo, everybody is on board. We‘re playing Bingo. Don’t run to the Klo. We‘re playing Bingo, BINGO!“, einem speziell dafür kreierten Bingo-Song, begrüßt und in Stimmung gebracht. Spätestens ab da hatte ich das Gefühl, das wird ein richtig toller Abend werden! Nach und nach kamen alle dazu und wir sangen und sangen immer wieder unseren Stimmungssong „We‘re playing Bingo!“ Alle waren richtig gut drauf und die Stimmung wurde nochmal lustiger und gehypter, als unser beliebter und für Späße bekannter Steuermann Mathieu die Kugelverlesung mit den legendären Reimsprüchen dazu übernahm. Das Lachen hätte nicht ausgelassener sein können!
„Bingo!“ – Da war es dann auch schon so weit! Das Duo aus Annamengia und Niko hat die erste 4er-Kette gehabt und durfte sich über eine Überraschungstüte voll mit praktischen Gegenständen als Bingopreis freuen! So ging es dann auch noch weiter, alle warteten höchst gespannt auf die nächste aus dem Rad kommende Kugel, starrten auf den vor einem liegenden Zettel, pochten auf die letzte richtige Nummer. Wer hat das Glück? Naaah, falsche Nummer, aber noch viel besser: ausgelassenes Lachen über Mathieus zweideutige Reime! Nummern wurden gezogen, Preise verliehen und Lachmuskeln trainiert.
Doch dann ging’s noch weiter! Alle raus aufs Mitteldeck, Tische zur Seite und eröffnet war die Tanzfläche für unseren Kulturabend. Denn eine der Sachen, die ich hier an Bord am meisten schätze, ist, dass wir hier so eine bunte Truppe mit Leuten von überall aus der Welt sind und weil ich mich auch besonders für die verschiedenen Kulturen interessiere, hab ich mich dafür eingesetzt, dass wir an diesem Abend jeweils von den authentischen Tänzern einen Tanzkurs in der jeweiligen landestypischen oder traditionellen Weise bekommen.
Da ich auch darum gebeten wurde, hab ich den Kulturabend gestartet, indem ich unserer lustigen Seglertruppe hier im Dirndl bayrische Volkstänze beigebracht habe. So haben wir vor Anker in Panama an Bord Sternpolka getanzt. Es war wahrscheinlich nicht die originalgetreueste Tanzdarstellung, jedoch mitunter die spaßigste, die ich je hatte. Nachdem alle Männer-Parttanzenden in der Mitte den Klatschteil ausführten, währenddessen wir Mädels im Kreis darum gingen, erklärte ich den Dreher mit eins, zwei, drei, vier und es war ein richtig lustiges und schönes Miteinander.
Doch nachdem der bayrische Volkstanzpart abgehakt war, ging es direkt weiter mit dem nächsten Volkstanz, nämlich dem aus Nordwest-Dänemark. Zuerst eine schön anmoderierte Geschichte der Entstehung darum herum: Von den Wikingern, die bei Ankunft daheim mit ihren Frauen auf 4-Takt-Musik mit drei Schritten tanzten. Nach kurzer Trockenübung und leichter Verwirrung, wie man denn die Schrittfolge aufteilt und wo man hintritt, haben wir gleich zur Musik getanzt und ich hab mich wirklich wie im Wikingermärchen gefühlt. Durch die drei Schritte auf den 4er-Takt hat der Tanz was leicht Sprunghaftes und sehr Schwunghaftes. Mit vielen lernenden Leuten auf sehr begrenztem Platz war das etwas chaotisch, aber umso lustiger und wir haben alle dabei was gelernt und gelacht!

Von den Wikingern ging es tänzerisch weiter in die total entgegengesetzte Himmelsrichtung nach Südafrika, wo uns Mathieu etwas modernere landestypische Figuren zeigte. Dabei hat er auch von seiner Heimat erzählt, wie es in den Tanzlokalen abläuft. Dabei versuchen die Männer den ganzen Abend über die anderen Männer auf der Tanzfläche zu tappen und alle haben dabei eine gute Zeit, da sie aus dem Tanzen den ganzen langen Abend lang nicht mehr rauskommen. Mathieu schnappte sich erneut Julia und demonstrierte uns den 2-Step-Dance, der dem Discofox ähnlich ist, wobei sie wild, gekonnt schwungvoll und rhythmusbewusst über die Tanzfläche gejagt sind. Uns war zwar allen bewusst, dass Mathieu extrem musikalisch ist, so rhythmisch wie er immer die Ukulele spielt, aber dass er tänzerisch mit Gefühl und Temperament so gut führen und elegant das Tanzbein schwingen kann, war für uns alle nochmal faszinierend zu beobachten! Zu Hop Hop Spinnerkop haben wir dann alle ausgelassen und fetzig getanzt!
Von Europa über Südafrika ging es weiter in den Westen nach Amerika, wo Elliot uns einen typisch US-amerikanischen Linedance gezeigt hat. Mit einer ebenfalls faszinierenden Motivation, Gezieltheit über die Körperbewegung und ganz viel Leidenschaft hat er uns, die wir alle in einer Reihe standen, die spaßbereitenden Schritte wie den Buttswing und andere gezeigt. Es hat uns allen wirklich sehr viel Freude bereitet und ich finde, es hat auch nochmal das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und gezeigt, dass man so verbunden sein kann, auch wenn man oder erst recht weil man aus verschiedenen Ländern oder Regionen kommt!

Zu guter Letzt hat uns Robert noch eine nördliche Feiertradition aus Rostock gezeigt: Rudern. Das heißt, wir saßen alle auf dem Boden in einer Schlange und haben ein Workout im Rhythmus zum Lied gemacht und mit einem großen Lachen im Gesicht, vielen schönen Erinnerungen im Kopf und einem gemeinsamen Gefühl im Herzen haben wir den Abend mit Aloha he aloha he aloha he ausklingen lassen…
Ein Abend, der uns allen noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird!
Ich grüße meine Familie und meine Volkstanzfreunde Eure Anna
Leo grüßt Lexi und Marek.
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