Nachtwachen sind was ganz Besonderes
- Emily
- 31. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Damit ihr auch daran teilnehmen könnt, versuche ich euch mal einen Einblick zu geben anhand der schönen Nächte, die ich auf der Überfahrt von Aruba nach Kolumbien erleben durfte.

20:30 Uhr – „Emily, in einer halben Stunde hast du Wache, du weißt Bescheid?“ Ich gehe in die Galley, wo ich mir einen Kaffee mache, um danach aufs Achterdeck zu gehen. Es steht meine erste Nacht in der Alpha Watch an.
Es ist Neumond, ein wolkenloser Himmel gibt den Blick auf unendliche, tiefleuchtende Sterne frei. Seit Anfang der Reise begleitet uns dieser unermessliche Sternenhimmel schon, inzwischen wissen wir alle, ein paar Sternbilder zu erkennen und ich kann versprechen, dieses Gefühl der Belanglosigkeit werden wir lange vermissen.
21:00 Uhr – „Sind alle da, wollt ihr mit eurer Watchaufgabe beginnen?“ Die gesamte Wache strömt aus, um die 4 Klos und 4 Duschen zu reinigen. Mit Eimer und Schrubber ausgestattet teilen wir uns auf. Meine Aufgabe ist heute das Backboard-Klo mit Dusche, damit kann ich gut leben! Recht schnell ist alles ausreichend geputzt und ich muss nur noch hoffen, dass bei der Kontrolle nicht doch noch ein übersehenes Haar auftaucht…
21:45 Uhr – „Ich würde anfangen mit Steuern, passt das für alle?“ Der Kurs ist 265 Grad, der Wind kommt von Osten – Infos, die einem helfen, das Schiff möglichst ohne Abweichungen zu unserem Ziel zu steuern. Vor allem die ersten Wochen schien das aber ziemlich unmöglich. Wie langsam sich das Schiff dreht und wie stark man dafür einlenken muss, sind alles Sachen, die man erst nach einiger Zeit versteht. Umso schöner, dass wir uns inzwischen ganz entspannt unterhalten können und trotzdem nicht vom Kurs abweichen.
23:00 Uhr – „Wir hatten gerade 9,6 Windstärken, als ich das Logbuch geschrieben habe.“ Wir schauen oft, wie sich der Wind und das Wetter verändern. Am schlimmsten, da sind sich alle einig, ist Regen, obwohl wir inzwischen wissen: Decken eignen sich gut als Regenschirm! (Shoutout an Jason). Wind wiederum erfreut mich immer sehr, denn nur so können wir segeln.
00:00 Uhr – „Heute soll es stürmen, regnen oder schneien, denn der strahlt ja selber wie der Sonnenschein…“ Ein Geburtstag auf dem Schiff ist auch ziemlich besonders. Niko wird geweckt, um pünktlich bei Mitternacht in seinen 16. Geburtstag reinzufeiern. Schon über den Tag haben wir heimlich ein Tiramisu vorbereitet, über das er sich jetzt freuen darf. Gemeinsam öffnen wir Briefe von zu Hause und genießen die Ruhe, die man nur mitten auf dem Meer wahrnimmt!

01:10 Uhr – Gute Nacht! Gute Wache! So verabschieden sich die beiden Wachen. Wir dürfen jetzt ins Bett gehen und für die anderen stehen noch 4 Stunden Wache an. Alle erleben wir ein bisschen was anderes, alle schauen, dass wir sicher ans Ziel kommen und alle sind dankbar für die Momente, die die Wachen unvergesslich machen!
Das war ein Einblick in die Alpha Watch, geschrieben von Emily
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