Improvisation, Luxus und Zufall
- Lisi
- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Unsere eigene Reise startete von Gamboa, Panama, in kleinen Gruppen. Unsere Aufgabe war es, mit einer bestimmten Menge an Geld nach drei Tagen wieder in Portobelo, Panama, anzukommen. Vor der Reise hatten wir ein paar Tage Zeit, um uns auf die Reise vorzubereiten und zu recherchieren, um zu wissen, was man alles in Panama machen kann.
In meiner Gruppe waren Annamengia, Keno Lo. und Hilla. Unser Gruppenleiter war Laurits. Wir waren alle sehr aufgeregt und unsere Planung war mehr oder weniger nicht vorhanden, weshalb wir dachten, dass wir alle in denselben Bus Richtung Panama City einsteigen, dort die zwei Tage verbringen und dann irgendwie wieder zurückkommen würden.

Der erste Tag begann damit, dass wir tatsächlich alle an derselben Bushaltestelle starten wollten. Unsere Gruppe entschied sich dann jedoch dazu, einfach auf die andere Straßenseite zu gehen und den Daumen rauszuhalten, um per Anhalter zu fahren. Wir mussten nicht lange warten: Nach etwa fünf Minuten wurden wir alle von einem kleinen schwarzen Auto mitgenommen. Zu fünft quetschten wir uns auf die Rückbank und wurden direkt, ohne einen Cent zu bezahlen, nach Panama City gefahren.
Die Freude war groß, und der Mann, mit dem wir gefahren sind, war Ingenieur am Panamakanal, weshalb er uns viel darüber erzählen konnte. Wir wurden direkt in der Altstadt rausgelassen und unser erster Eindruck war sehr positiv.
Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Unsere Strategie war es, in Luxushotels zu gehen und zu fragen, ob wir dort umsonst ein Dach über dem Kopf bekommen könnten. Wir fühlten uns dabei ziemlich seltsam, weil wir in Regenkleidung, Wanderschuhen und dreckigen Rucksäcken durch schicke Hotellobbys liefen.

Nach nicht einmal drei Hotels wurde uns tatsächlich ein Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel für insgesamt nur 66 $ angeboten. Während wir drei Tage zuvor noch gedacht hatten, dass wir in Hängematten in einem Stadtpark schlafen müssten, fielen uns nun fast die Augen aus dem Kopf, als wir unsere Hotelsuite sahen. Mit zwei Kingsize-Betten und einem extra für uns aufgestellten aufblasbaren Doppelbett war das Schlafzimmer bestens ausgestattet. Das Badezimmer, mindestens halb so groß wie das Schlafzimmer, verfügte über eine Walk-in-Dusche und eine freistehende Badewanne. Auf der Rooftopbar konnte man Cocktails mit Blick auf die Skyline von Panama City genießen.

Um Geld zu sparen, gingen wir durch nahegelegene Restaurants und fragten nach kostenlosem Essen. Bis auf zwei Pizzastücke und eine Kugel Eis nach Wahl pro Person kam jedoch nicht viel zusammen. Abends schauten wir auf unserem riesigen Fernseher Netflix und genossen selbstgemachte Instantnudeln aus der Brotdose. So waren wir trotzdem froh, den ersten Tag genießen zu können.
Am nächsten Morgen konnten wir ausschlafen und kümmerten uns um unseren nächsten Schlafplatz. Dieses Mal entschieden wir uns für ein Hostel – leider teurer als das Fünf-Sterne-Hotel, aber der Pool auf dem Dach war es wert. Nach einer längeren Pause im Hostel fuhren wir, trotz einiger Kommunikationsprobleme, mit der U-Bahn in die Innenstadt. Dort setzten wir uns an die Promenade, aßen Eis, bewunderten den Pazifik und sahen zu, wie die Sonne unterging.

Als Abschluss unserer schönen eigenen Reise gingen wir schick Pizza essen. Das konnten wir uns nur leisten, weil wir zuvor so sparsam gewesen waren. Abends genossen wir im Hostel noch gemeinsam die Salsa-Party auf der Rooftopbar und mit einem schönen Rückblick auf die eigene Reise konnten wir ruhig schlafen gehen.
Früh am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Busterminal. Zum Glück fanden wir direkt die richtige Busverbindung und kamen mit einem Umstieg in Portobelo an. Der erste Bus erinnerte uns an unser Fünf-Sterne-Hotel: gemütliche Sitze, Klimaanlage und Vorhänge. Der zweite Bus war etwas abgeranzter, dafür mit guter, lauter Musik – und brachte uns trotz Löchern im Boden sicher nach Portobelo.
Als erste Gruppe zurück an Bord wurden wir von unseren neuen Crewmitgliedern Julia (Steuerfrau), Jakob (Kapitän) und Matthias (Koch) herzlich begrüßt.
Danke an all die lieben Menschen, die wir unterwegs kennenlernen durften, und vor allem an das Hotel San Felipe Panama, das uns so herzlich aufgenommen hat. Eure Lisi
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